Freitragende Schiebetore
Freitragende Schiebetore – das Tor ohne Bodenschiene
Ein freitragendes Schiebetor berührt den Boden nicht. Es hängt an einem Tragbalken, der auf Laufwagen neben der Durchfahrt ruht, und schwebt beim Öffnen über die Einfahrt hinweg. Damit entfällt das Bauteil, das bei klassischen Schiebetoren die meisten Probleme macht: die Schiene im Boden. Genau daraus ergeben sich die Stärken dieser Bauart – und die eine Bedingung, die sie an das Grundstück stellt.
Wann diese Bauart ihre Stärken ausspielt
Es gibt drei Situationen, in denen ein freitragendes Tor nicht nur eine Alternative, sondern die eigentliche Antwort ist.
Wenn der Winter mitspielt. Eine Bodenschiene füllt sich mit Schnee, Laub, Kies und Eis. Was in der Führung liegt, blockiert die Bewegung, und im Januar heißt das: Tor freikratzen, bevor das Auto herausfährt. Ohne Schiene entfällt dieser Punkt vollständig.
Wenn der Untergrund uneben ist. Gepflasterte Einfahrten setzen sich, Wurzeln arbeiten, Gefälle laufen selten sauber gerade. Ein Tor, das den Boden nicht berührt, ist gegen all das unempfindlich – es muss nur an einer Stelle sauber gegründet sein, nicht über die gesamte Durchfahrtsbreite.
Wenn die Durchfahrt breit ist. Mit wachsender Breite wird ein aufschwenkender Flügel schwerer und windempfindlicher. Ein seitlich laufendes Tor verteilt sein Gewicht auf die Laufwagen statt auf Bänder und bleibt auch bei großzügigen Einfahrten beherrschbar.
Die Bedingung dagegen ist eindeutig: Neben der Einfahrt muss eine Auslaufstrecke frei bleiben, in die das Tor zurückfährt. Diese Strecke ist länger als die eigentliche Durchfahrt, weil der Tragbalken über die Toröffnung hinausragt und das Gegengewicht bildet. Wo direkt neben dem Tor eine Hecke, eine Mauer oder die Grundstücksgrenze liegt, kommt die Bauart nicht infrage – dort ist ein Doppelflügeltor die richtige Wahl.
Varianten im Überblick
Die Serie ST201 bis ST242 deckt ein breites Spektrum ab, das sich vor allem in der Füllung unterscheidet.
Offene Profilbilder mit senkrechten Stäben halten die Anlage optisch leicht und geben den Blick auf das Grundstück frei. Waagerechte Profile betonen die Breite und passen zu Häusern mit horizontal gegliederter Fassade. Geschlossene und dicht gesetzte Füllungen schirmen die Einfahrt ab und führen den Sichtschutz des Zauns über die Durchfahrt hinweg fort. Dazwischen liegen Kombinationen, bei denen etwa der untere Teil geschlossen und der obere offen ausgeführt wird.
Die Breite der Anlage ergibt sich aus lichter Weite und verfügbarer Auslaufstrecke. Beides messen wir vor Ort auf, weil sich gerade die Auslaufstrecke am Plan regelmäßig anders darstellt als in der Realität.
Aufbau und Oberflächenschutz
Tragend ist bei dieser Bauart der Balken im unteren Bereich des Torblatts. Er nimmt das gesamte Gewicht auf und gibt es über die Laufwagen an das Fundament weiter. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Steifigkeit und Verarbeitung genau dieser Verbindung – hier entscheidet sich, ob das Tor nach Jahren noch leicht läuft.
Wir fertigen freitragende Tore aus Stahl und aus Aluminium. Stahl bietet die höhere Steifigkeit bei gegebenem Querschnitt, Aluminium reduziert das Eigengewicht spürbar, was Laufwagen und Antrieb entlastet und in feuchten Lagen zusätzlich den Korrosionsschutz verbessert.
Die Oberfläche entsteht durch Pulverbeschichtung in unserer eigenen Anlage. Bei einer Konstruktion, die dauerhaft im Freien arbeitet und deren Mechanik von der Oberfläche mitgeschützt wird, ist das kein kosmetischer, sondern ein funktionaler Punkt. Passende Schienen und Zubehörteile für freitragende Tore stimmen wir auf die jeweilige Anlage ab.
Worauf es beim Fundament ankommt
Bei aufschwenkenden Toren verteilt sich die Last auf zwei Pfosten. Bei einem freitragenden Tor konzentriert sie sich auf einen Bereich neben der Durchfahrt – und zwar dauerhaft, auch im geschlossenen Zustand, weil der auskragende Teil ständig als Hebel wirkt.
Deshalb ist das Fundament bei dieser Bauart kein Nebenschauplatz. Es muss die Laufwagen frostsicher und setzungsfrei aufnehmen, und seine Ausführung richtet sich nach Torgewicht, Breite und Beschaffenheit des Untergrunds. Wo hier gespart wird, zeigt sich das nicht sofort, sondern nach einigen Jahren durch schwergängigen Lauf und ungleichmäßige Spaltmaße.
Die konkrete Ausführung legen wir vor der Fertigung fest, wenn Maße und Untergrund bekannt sind.
Ablauf: Aufmaß, Fertigung, Montage
Zuerst klären wir die Situation vor Ort: lichte Weite, verfügbare Auslaufstrecke, Untergrund, Gefälle und die Frage, wo der Strom herkommt. Danach entsteht die Konstruktion in unserem Werk, inklusive Beschichtung. Die Montage übernimmt unser Team, und dabei wird die Anlage eingemessen und eingestellt – bei einem freitragenden Tor ist gerade das Einstellen der Laufwagen der Schritt, der über den späteren Lauf entscheidet.
Warum Regulazaun
Wir fertigen seit über 20 Jahren Tore, Zäune und Geländer in unserem Betrieb in Witnica; die heutige Produktionshalle steht seit 2018. Konstruktion, Fertigung, Pulverbeschichtung und Montage bleiben im Haus. Bei einer Bauart, bei der Statik, Oberfläche und Einstellung so eng zusammenhängen, ist das der praktische Vorteil: Es gibt keinen Punkt, an dem ein Lieferant auf den Monteur zeigt. Alle Bauarten im Vergleich finden Sie unter Einfahrtstore.
Fragen, die uns oft erreichen
Wie viel Platz brauche ich neben der Einfahrt?
Mehr als die reine Durchfahrtsbreite, weil der Tragbalken über die Toröffnung hinausragt und als Gegengewicht wirkt. Wie viel genau, hängt von der lichten Weite und der Ausführung ab. Messen Sie die freie Strecke neben der Einfahrt bis zum ersten Hindernis – mit dieser Zahl können wir Ihnen schnell sagen, ob die Bauart infrage kommt.
Funktioniert das Tor auch bei Schnee und Eis?
Das ist der Punkt, an dem diese Bauart ihren deutlichsten Vorteil hat. Weil keine Führung im Boden liegt, kann sich dort auch nichts sammeln oder festfrieren. Geräumt werden muss lediglich die Fläche, über die das Tor läuft, damit nichts am Torblatt schleift.
Warum wird beim Fundament so viel Aufhebens gemacht?
Weil das gesamte Gewicht der Anlage über die Laufwagen in einen Punkt geht und der auskragende Torteil dauerhaft als Hebel wirkt. Ein zu schwach ausgeführtes Fundament setzt sich mit der Zeit, und dann laufen die Rollen nicht mehr sauber. Es ist der Teil der Arbeit, den man später nicht sieht und der trotzdem über die Lebensdauer bestimmt.
Eignet sich die Bauart bei einer abschüssigen Einfahrt?
Deutlich besser als eine aufschwenkende Konstruktion, weil sich der Bodenabstand über den Laufweg nicht verändert. Grenzen gibt es trotzdem, denn das Tor läuft waagerecht, während der Boden dem Gefälle folgt – bei stärkerem Gefälle wächst der Spalt an einer Seite. Wie sich das bei Ihnen auswirkt, beurteilen wir anhand von Fotos und dem Aufmaß.
Braucht diese Bauart zwingend einen Antrieb?
Nein, sie lässt sich auch von Hand bedienen, und weil die Anlage auf Rollen läuft, geht das leichter, als das Gewicht vermuten lässt. In der Praxis wird der Antrieb trotzdem meist gewünscht – dann sollten die Leerrohre liegen, bevor die Einfahrt gepflastert wird.